Nur geträumt? Shitstorm gegen Nena

 

Nena erfuhr gerade eine exzessive, boshafte Hetzkampagne, weil sie gegen die Drohung des Ordnungsamtes aufbegehrte, dass ihr Konzert abgebrochen wird, wenn die Zuschauer nicht in ihren Boxen stehenbleiben wollen. Dabei sagte sie den berüchtigten Satz: „Die Frage ist nicht, was wir dürfen, sondern was wir mit uns machen lassen!“ Daraufhin beschimpften sie nicht nur die Mainstream-Presse, sondern auch zahlreiche Leute in den sozialen Netzwerken.

 

Kommt Ihnen das auch so unwirklich vor? Was hätten Sie gedacht, wenn sie dies vor 5 Jahren gelesen hätten? Sie hätten sich sicher gefragt, was ich da eingeworfen oder welchen schlechten Science-Fiction ich mir eben reingezogen habe.

 

Nun, es ist ja leider kein Science-Fiction. Auf Nenas Open-Air Konzert am Sonntag machte die Künstlerin ihrem ganzen Ärger über die teils absurden Corona-Einschränkungen Luft, unter denen sie und ihre Kollegen seit eineinhalb Jahren leiden - und sprach damit Teilen ihres Publikums und vielen anderen Menschen aus der Seele:

 

 „Gestern war Christopher Street Day und es war völlig okay, dass 80.000 Menschen eng aneinander auf der Straße waren!“.

 

Wie relativ die Einhaltung von Hygienevorschriften ist, wurde deutlich, als am CSD am Vortag, in derselben Stadt zig Tausende eng an eng, großenteils ohne Maske und Abstand demonstrierten. Da brach anschließend kein Shitstorm los, das Event wurde hingegen als wichtig und richtig gelobt. Politiker zeigten sich, ebenfalls ohne Maske und Abstand eingehüllt in Regenbogenflaggen eng an eng mit Demonstranten. Für mich ist das kein Problem. Erst dann, wenn andere mit anderem Background für genau dasselbe öffentlich beschimpft werden, wird es kritisch. Bemerkenswert war, wie authentisch, zwar verärgert aber doch sehr klar und mit der gewohnten Coolness sie dabei herüberkam. Nena wie wir sie seit den 80ern kennen.

 

Wir erleben diese Diskrepanz von guten und schlechten Demos nun seit den diversen Lockdowns. Demos, die ins Narrativ des Mainstreams passen und die entsprechende Botschaft transportieren, sei es das Thema „Black Live Matters“ oder „Mietendeckel“ zeigen Szenen, in denen tausendfach Menschen eng an eng stehen und zum großen Teil ohne Masken für die gute Sache demonstrieren. Diese Versammlungen wurden hochgelobt von Presse, Mainstream und Politik. Ganz andere Bilder sah man von sogenannten Querdenken-Demos für unsere Grundrechte.

 

Dort wurden Menschen, auch ältere Leute, körperlich brutal abgeführt und immer wieder wurden Wasserwerfer eingesetzt. Willkürlich wurden Leute aus der Menge gezogen und auf rabiate Weise zu Boden geworfen, die nichts getan hatten außer für unsere Grundrechte auf die Straße zu gehen. Ich konnte diese Szenen kaum ertragen und hätte sie ohne alternative Berichterstatter auch gar nicht mitbekommen. Das sind Bilder, die sieht man nicht in den von uns finanzierten öffentlich-rechtlichen Medien. In den gezeigten Szenen waren scheinbar nur ganz wenige „Rechtsradikale“ unterwegs, nicht wie in Wahrheit Menschen wie du und ich, die für Grundgesetz und Meinungsfreiheit demonstrieren. Ein abstruses Zerrbild der Wirklichkeit wurde all jenen präsentiert, die keine alternativen Medien kennen und sich auf Tagesschau und Co. verlassen.

 

Nichts anderem als ihrem Ärger über offensichtliche Unlogik und Ungerechtigkeit machte die Künstlerin nun vor ihren Fans deutlich Luft. Die Frage, wie vielen diese Diskrepanz außer ihr noch aufgefallen ist, ist spannend. Es sind meiner Meinung nach viel zu Wenige, die merken, wo wir gerade hin driften. Für mich gilt hier mein Motto:

 

Es ist falsch, dass die meisten nur glauben, was sie sehen. Die meisten glauben, was sie wollen - egal was sie sehen.“ Wenn Sinn und Zweck der Maßnahmen ist, Menschen vor einem Virus zu schützen, warum wird dann nicht jede öffentliche Veranstaltung und Demo gleichermaßen kritisiert, wo die Hygienevorschriften missachtet werden?

 

Auf Twitter brach ein wahrer Sturm los. Nena beherrschte zwei Tage lang die Spitze der Trends. Ein Kritikpunkt war, dass sie ihr Konzert politisierte, und darüber kann man tatsächlich geteilter Meinung sein. Applaus für die Politisierung eines Konzerts statt wilden Hasspostings bekam hingegen Herbert Grönemeyer im September 2019 in Wien, als lauthals brüllte: „Keinen Milimeter nach rechts!“. Dafür erntete er großen Applaus und jede Kritik daran wurde ins „rechte Lager“ geschubst. Wenn in einer Gesellschaft mit zweierlei Maß gemessen wird, wird zumindest eines klar: es geht nicht um Sachlichkeit. Es geht nur um Ideologie. Wehe, wer dieser nicht folgt und zudem noch prominent ist- der muss demnächst um Aufträge bangen, wird aus der Mediathek entfernt, auf jeden Fall aber medial diffamiert.

 

Zum Glück ist das Virus so intelligent, nur auf regierungskritischen Demos aufzutauchen. Das wusste Nena nur nicht. Das nimmt man aber stillschweigend so hin, wenn man zu denen gehören will, die auf der Seite der Guten stehen. Und man begehrt nicht gegen ungeschriebene Gesetze bzw. Narrative auf und erntet dafür auch noch Applaus.

 

Dann ist man Verschwörungstheoretiker, Querdenker, Nazi oder Coronaleugner. Gern wüsste ich, welche Agentur zu welchem Honorar dieses Framing mit den passenden, skurrilen Diffamierungen in nächtelangen Brainstormings erdacht hat. Unsere Politiker haben nicht die Phantasie dazu.

 

„Also schaltet den Strom aus oder holt mich mit der Polizei hier runter! I don’t fucking care!“ Popstar Nena hat mit 61 Jahren an dem Abend jedenfalls mehr Rock’n Roll bewiesen als alle angepassten Künstler.

 

Als Echo auf ihren mutigen Vorstoß bekam Nena prompt die Quittung - der Veranstalter in Wetzlar hat ihr Strandkorb-Open-Air-Konzerts abgesagt und nahm ihre politischen Äußerungen auf dem Berliner Konzert als Begründung. Das kann man so stehen lassen. Oder sich fragen, ob Verbote nur für politische Statements gelten, die dem Mainstream widersprechen. Das überlasse ich jedem selbst, sich hierzu ein Urteil zu bilden.

 

Welchen 99 Luftballons man nun hinterherrennt oder ob man alles nur geträumt hat -  irgendwie fängt irgendwann irgendwo die Zukunft an. Und das am besten mit Menschen, die sich eine klare, kritische Sicht bewahren.


 

 

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