Survival-Tipps in der Krise

 

 

Seit über eineinhalb Jahren beherrscht uns eine Krise und wird zum unguten Begleiter unseres Alltags. Die besteht in, der zunehmenden Spaltung der Gesellschaft.

 

Frauen gegen Männer, Jung gegen Alt, Klimahysteriker gegen Klimaleugner, Covidioten gegen Coronaleugner, Doppelt Geimpfte gegen Impfverweigerer, und was nicht alles für ungesunde Kompositionen des künstlichen Schubladendenkens erfolgreich unters Volk gebracht wurden....sie wirken.

 

Vernunft und eine gesunde Mitte sind längst die Ausnahmen und somit rares Gut.

 

Dabei wird alles Wesentliche ausgeblendet, was die Individualität ausmacht - man wird von Ideologen, der Politik und den Medien schlicht auf seine "Haltung" reduziert.

 

Spaltung liegt nicht in der Natur des Menschen, wir suchen Gemeinschaft, Verständnis und Akzeptanz.

 

Gegen „Bubble-Denken“ hilft, das Gegenüber zu betrachten mit seiner Wirkung, seinem Wesen und dabei auch das zu achten, was an gemiensam hat, nicht sofort das, was man ablehnt. Und sich selbst und den eigenen Standpunkt nicht so wichtig nehmen.

 

Fast routiniert leben wir in der Unsicherheit, nicht zu wissen, was in ein paar Monaten ist.

 

Wir sehen auch, was das mit unserem Umfeld macht. Die Menschen sind nervöser geworden, ungehaltener, ängstlicher und wütender. Wir erleben dies im privaten und beruflichen Umfeld, in gebündeltem Maß in den sozialen Medien und nicht zuletzt auch an uns selbst. Umso mehr genießen wir die Öffnungen, die dieser Sommer mit sich bringt. Mit der Bitterkeit des Wissens, dass diese auch jederzeit willkürlich wieder beendet werden können.

 

Ruhe nützt den Gedanken und diese nützen uns.

 

Wie hat sich unsere Art verändert, unser Gegenüber zu betrachten? Wie kann man auch in der Krise mit sich selbst und anderen umgehen, um Eskalation entgegenzuwirken?

 

Da haben wir wohl alle dazugelernt. Naja, manche.

Ich versuche dabei ein paar Dinge zu beherzigen, auch wenn es mir natürlich nicht immer gelingt:

 

Kommunikation bei Twitter und in den sozialen Medien

Um dem vermehrt erbitterten Ton in den sozialen Netzwerken entgegenzuwirken, helfen ein paar einfache Dinge.

 

Immer mit Verstand posten, einen Tweet nochmal lesen, bevor ihr ihn abschickt. Es ist egal, wer euch zustimmt, denn es wird immer Leute geben, die eine andere Meinung haben. Das sollte euch aber nie davon abhalten, zu sagen was Ihr denkt, klar und deutlich - solange Ihr dabei niemanden beleidigt.

 

Nicht nur, dass die Monopole Twitter, Facebook und youtube zensieren wie die Weltmeister – wer negative Energie versprüht, wird diese auch ernten, das gilt universell. Geben wir lieber Gutes weiter, das wir erlebt haben und was wir fühlen.

 

Unserer Empörung und unserem Ärger Ausdruck zu verleihen angesichts von Willkür, plakativer Unlogik, Repressionen und Framing ist wichtig - es geht aber auch immer ohne Beschimpfungen. Jedem von uns ist schon mal der Kragen geplatzt, aber wir sollten uns nie auf das Niveau von "Hatern" herablassen.

 

Trolle belästigen euch? Sofort blockieren. Trolle sind im

Groben 0-20 Follower Accounts, alle anonym oder mit geklauten Profilbildern, die nur durch Beleidigungen auffallen. Natürlich gibt es nette kleine oder neue Accounts mit wenig Followern, aber ihr erkennt den Unterschied, wenn ihr deren Kommentare lest.

 

Bei Trollanstürmen könnt ihr gern auch immer jene blockieren, die Beschimpfungen liken – viele davon sind bezahlt oder Bots und haben den Auftrag, möglichst viel Reichweite per Diffamierung kritischer Stimmen zu generieren.

 

Sie liken deshalb gegenseitig ihre Tweets und tauchen dank Algorithmen wie die Medusa mit 1000 neuen Schlangen stets wieder auf, bremst man sie nicht sofort aus.

 

Kommunikation beruflich und privat - mit Geduld und Ruhe

 

Wenn ich merke, Menschen um mich herum sind am Anschlag, so wie ich selbst ja auch manchmal, ist meine Art, einfach mal innerlich einen Gang zurückzuschalten und nicht gleich alles persönlich zu nehmen.

 

„Jeder gibt immer sein Bestes“ ist kein hohler Spruch.

 

Und wenn es auch mal das Beste anderer ist, ihrem Ärger gegenüber Kollegen Luft zu machen, die nichts dafür können, was die Person gerade durchmacht, einfach gewähren lassen. Nicht den eigenen Ärger 1:1 weitergeben. Verständnis zeigen, wenn es auch zu einem Freundschaftsangebot gerade nicht reicht. Meist reichen Empathie und ein freundlicher Umgangston, um zu einem harmonischen Konsens zu finden.

 

Neues zulassen

 

Neue Menschen treffen und sich vernetzen erweitert den Horizont. Macht kurze Trips, auch in andere Städte, verabredet Euch und seht, wie Euch neue Kontakte und Orte beleben und weiterbringen.

 

Netzwerken

 

Oft findet ihr Gleichgesinnte im Internet, die ähnlich denken und mit denen ihr euch vernetzen könnt. Und ohne echtes, lebendiges Netzwerk on- und offline geht es heute nicht mehr. So merkt Ihr, ihr seid nicht allein und gewinnt in dieser verrückten Zeit neue Erfahrungen, Menschlichkeit und Inspiration.

 

Letzten Endes könnt Ihr Euch auch mal innerlich zurückzulehnen, denn auch so können wir die Welt verändern.

 

Widersprüchlich? Ich finde nicht. Wir dürfen erleben, dass wir jeden Tag persönlich weiterkommen, wenn wir uns fair und menschlich verhalten, und uns selbst Gutes tun, und sei es ein liebevoll zubereitetes Essen, ein Lieblingslied wiederfinden, ein Buch lesen oder ein Gedicht schreiben, alte Fotos anschauen und sich erinnern.

 

Banal, wenn man am liebsten alles umkrempeln und die ganze Welt, die gerade auf dem Kopf steht, mit einem Ruck wieder zurechtrücken würde.

 

Neues ausprobieren kostet Kraft in der Krise, aber es lohnt sich.

 

Sei es ein neues Hobby, berufliche Neuorientierung, eine neue Freundschaft oder Bekanntschaft. Jeder hat seine eigenen Probleme und Erlebniswelten. Wir können diese miteinander verbinden, wenn wir Geduld, Feingefühl und Selbstliebe entwickeln, die uns befähigt, auch andere positiv anzunehmen und das mitzunehmen, was uns Mut und kreative Ideen bringt.

 

Vergeben wir uns und anderen auch mal Fehler und Unzulänglichkeiten- gerade jetzt. Das Streben nach Perfektion führt in der Regel nur zu Druck und dazu zu immer mehr Fehlern.

 

So überwinden wir vielleicht die Spaltung, die uns schon lange trennt, entgegen unserem Urinstinkt, zusammenzuhalten. Und positive Erfahrungen bleiben uns immer - auch wenn wir die äußere Krise irgendwann mal überwunden haben.


 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    louise (Sonntag, 01 August 2021 08:04)

    Mit jedem Tag in dieser schnelllebigen Zeit vergeht ein bischen Hoffnung auf ein "normales " Leben. Wenn das nähere Umfeld samt Familie zu zerbrechen droht und man kann es nicht aufhalten � zuviel negatives, zuviel unfassbares, was um uns herum passiert. Und dann entdecke ich diesen Blog mit den wunderbaren und wahren Worten und es beruhigt mich zu wissen, dass man trotz allem eigentlich nie alleine ist. Dafür Danke.

  • #2

    Wolfgang (Montag, 02 August 2021 21:14)

    Danke für diesen sehr wichtigen Beitrag !